| Gemeindewehr Gemeindewehr Aktionen und Informationen

Letzter Einsatz

Die Wehr Drucken

vom Handkarren zum TSF

BeA produziert Druckluftnagler, Nägel und Klammern Gerade in der Nagel- und Klammerproduktion kam es durch die Verwendung von Azeton, Nitrolacken und Schweißmaschinen häufig zu kleineren Bränden. Diese konnte man überwiegend mit den vorhandenen Feuerlöschern bekämpfen. Innerbetrieblich war schnell die Idee zur eigenen Feuerwehr geboren, um die Firma vor größeren Schäden zu bewahren. Durch „Mundpropaganda“ wurde diese Idee verbreitet. Man fand 26 Mitarbeiter, die bereit waren, freiwillig in einer Betriebsfeuerwehr Dienst zu verrichten. Auch die Geschäftsleitung konnte überzeugt werden, weil ja auch noch die Ausrüstung gekauft werden musste. Von den 26 freiwilligen waren immerhin schon 9 Leute dabei, die in anderen Wehren als Feuerwehrleute Dienst taten und ausgebildet waren. Die Gründungsversammlung der Wehr fand am 27. Februar 1970 statt. Zunächst wurde die Wehrführung gewählt und weitere Ämter verteilt. Von der Geschäftsleitung kam die Zusage der finanziellen Unterstützung. Drei Garagen im sogenannten Altbau der Firma wurden zum Gerätehaus umfunktioniert. Zuvor standen hier die Autos des Kundendienstes. Ab diesem Zeitpunkt hatte die Wehr auch einen Namen: „Betriebsfeuerwehr Joh. F. Behrens“. Die Ausbildung der Kameraden wurde organisiert. Die Lehrgänge fanden von Anfang an in Zusammenarbeit mit der Ortswehr Ahrensburg statt. So ist sichergestellt, dass man auf dem gleichen Stand der Ausbildung ist. Auch heute noch werden zeitweise Einsatzübungen mit den Ortwehren Ahrensfelde, Ahrensburg, und deren Jugendfeuerwehren durchgeführt.

Innerbetriebliche Übungen gibt es zweimal im Monat. Zum Aufgabengebiet der Wehr gehören u.a.: frühzeitige Erkundung, Erstangriff bei Entstehungsbränden, Einweisen der Anrückenden Kräfte, Beseitigung von Öl auf dem Werkgelände, Brandschutzausbildung für die Betriebsangehörigen, Befreiung von Personen aus defekten Aufzügen, Überwachung der betrieblichen Feuerlöscher, technische Hilfeleistungen kleinerem Umfangs. In Eigenarbeit wurde das Gerätehaus ausgebaut und das erste „Einsatzfahrzeug“ ausgerüstet. Ein gebrauchter Handkarren aus der Betriebsschlosserei war fortan der Pumpenwagen.


Diese Pumpe ist heute noch vorhanden und wird auch noch genutzt. Im Übungs- und im Ernstfall zog man den Karren mit Muskelkraft. Andere Geräte, wie C-Schläuche und Strahlrohre trug man hinterher. Der Zustand mit den Handkarren war aber mehr ein Provisorium. Im Einsatzfall war es einfach zu umständlich die Gerätschaften zu bewegen. 1971 bekam der Kundendienst der Firma ein neues Auto und das alte Fahrzeug wurde der Betriebsfeuerwehr übergeben.



Ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte der Wehr fand ebenfalls im Jahr 1971 statt: Es war die offizielle Anerkennung der Betriebsfeuerwehr am 30. Oktober 1971 durch den Kreis Stormarn. Seit diesem Tag lautet der Name: „Werkfeuerwehr Behrens“. Die Anerkennung bedeutet, dass die Ausrüstung und der Ausbildungsstand der Norm von vergleichbaren Freiwilligen Feuerwehren entspricht, und dass die Werkfeuerwehr mit BOS Funk, sowie Sondersignalanlage ausgestattet werden darf. An diesem 30.Oktober musste die Wehr unter Aufsicht von Vertretern des Landes Schleswig-Holstein, des Kreises Stormarn und der Stadt Ahrensburg eine Einsatzübung abhalten.

Bilder der Einsatzübung





Die Firma investierte in den folgenden Jahren immer mehr in der Ausrüstung der Werkfeuerwehr. Es wurden u.a. Löschgeräte für den Schaumeinsatz, ein Notstromaggregat, eine Elektro-Tauchpumpe, Atemschutzgeräte und Geräte zur Beseitigung von ÖL angeschafft. Schnell stellte sich heraus, dass das TSF von der Größe her nicht mehr ausreichte. Die Firma beschaffte 1979 den größeren Bruder des VW-Busses, einen LT. Das Fahrzeug wurde in Eigenarbeit zum Tragkraftspritzenfahrzeug ausgebaut. Es bekam auch eine 4m – BOS Funkanlage. So ist auch im Notfall die Integrierte Regionalleitstelle Süd zu erreichen. Die Funkrufname lautet: Florian-Stormarn 60/47/5. Zum gleichen Zeitpunkt wurde die Wehr auch mit 2m -Handsprechfunkgeräten ausgerüstet.


Text: Sven Thomsen, Überarbeitung 02/2008 N. Meyer, J. Paul
Fotos: Joh. Friedrich Behrens AG - Werkfeuerwehr